Gesellschaft

Selfie-Wahn mit Sticks

Der Selfie-Wahnsinn besonders mit Selfie-Sticks werden hier aufs Korn genommen.


Den Tablet-Wahn aufs Korn genommen

Dieser Spot eines Toilettenpapierherstellers zeigt ganz gut den Wahn der ständigen Digitalisierung.


Je mehr Sie sich verbinden, desto weniger sind sie verbunden

Eine Kampagne in China widmet sich derzeit den negativen Auswirkungen der ungezügelten Smartphone und Tablet-Nutzung. Die Plakate sorgen mittlerweile nicht nur in China für große Aufmerksamkeit. Die Aussage der Plakate ist klar: Die Nutzung des Smartphones bzw. Tablet stört die zwischenmenschliche Beziehung. Die Agentur Ogilvy mit dem Designer Shiyang he hat die Kampagne mit drei Bildmotiven für das Zentrum für psychologische Forschung in Shanghai erstellt. Auf den Plakaten steht unmissverständlich: "The more you connect, the less you connect" ("Je mehr Sie sich verbinden, desto weniger sind sie verbunden").


Smartphone als Beziehungskiller? Gibt es da keine App?

Der Hersteller von Kondomen und anderen freundlichen Hilfsmitteln gibt in einem Videoclip Hilfestellung. Einfach das Handy ausschalten. Das ist das echte Leben...


Polizei gegen Handy-Gaffer

  • Abrupt bremsen und langsam an der Unfallstelle vorbeifahren (Gegenfahrbahn), kostet 20 Euro Verwarngeld
  • Dabei Fotos/Videos mit dem Handy machen, 60 Euro Strafe und einen Punkt in Flensburg
  • Andere Fahrzeuge dabei gefährden oder einen Unfall provozieren, vierstellige Geldstrafe oder bis zu fünf Jahren Gefängnis
  • Unterlassene Hilfeleistung kann ebenfalls mit einer Geldstrafe aber auch mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr geahndet werden
  • Wer Rettungskräfte aktiv behindert, begeht Nötigung: Bis zu 5000 Euro Strafe oder bis zu drei Jahren Haft.

Bericht zu sehen unter:

http://www.express.de/panorama/fotografieren-statt-helfen-polizei-und-feuerwehr-schlagen-alarm--phaenomen-handy-gaffer,2192,30118338.html


Das erste Hotel mit Handy-Verbot

Als „Das erste Handy-freie Hotel in Deutschland“ wirbt das Hotel Schmid in Bad Belling für ein elektrosmog-reduziertes Urlauben und Kuren. Sowohl Handys als auch WLAN wurden aus dem gesamten Gebäude verbannt. Die Gäste werden gebeten, ihr Handy auf Flugmodus umzustellen oder ganz auszuschalten. Seitdem schmückt man sich mit dem Label „elektrosmog-reduziertes Hotel“. Hoteldirektor Karl Schmid hat gute Gründe, sein Hotel umzustellen: „Das Ganze ist kein neues Geschäftsmodell oder irgendein Marketing-Gag, sondern vielmehr aus der Not heraus geboren – aus persönlichem gesundheitlichen Leiden“ so Schmid in der Weiler Zeitung vom 12.03.2015. Und weiter: „Ich hatte unter anderem massive Schlafprobleme sowie Kopf- und Rückenschmerzen und wurde dadurch immer aggressiver. Ich fühlte mich wie vergiftet und war körperlich fertig – ich konnte mich einfach nicht mehr regenerieren.“ Zwischenzeitlich habe man die ganze Straße aktiviert, auf WLAN zu verzichten. „Die meisten reagierten positiv und folgten unserem Beispiel“ so Schmid in der Weiler Zeitung. Die Schmids haben inzwischen über 600 Meter Netzwerkkabel verlegt um in den Zimmern kabelgebundene Internetzugänge anzubieten.


Siehe auch:

http://www.verlagshaus-jaumann.de/inhalt.bad-bellingen-hotelgaeste-muessen-handys-ausschalten.613fce51-3cda-4020-950c-1e4c463c0b1f.html


Hotelseite:

http://www.hotel-schmid-bad-bellingen.de/hotel-schmid/


Aktion: "Sprechen Sie lieber mit ihrem Kind"

Das Handy ist heutzutage ständiger Begleiter. Es beeinflusst die zwischenmenschliche Kommunikation und damit auch die Beziehung von Eltern und Kindern. Welche Auswirkungen hat es, wenn die Mutter sich in der U-Bahn mit dem Smartphone beschäftigt, während ihr Kind um Aufmerksamkeit bittet?

„Kleine Kinder brauchen die Sicherheit, dass die Eltern für sie da sind. Sie brauchen nicht nur die körperliche Anwesenheit ihrer Eltern, sondern auch die mentale Aufmerksamkeit“, betont Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld.

 

Die Plakataktion soll die Bürger für das Thema sensibilisieren und zur Reflexion einladen. „Wir wollen zum Nachdenken anregen, ob das Telefonat oder die Nachrichten, die gerade eingehen, wirklich so wichtig sind“, so Birkenfeld.

 

http://www.frankfurt.de/sixcms/detail.php?id=2855&_ffmpar[_id_inhalt]=28623379


81,3% sagen: Das Smartphone stört die Beziehung

 Dies belegt nun eine Studie des Datingportals „Dating Cafe“, das jeweils im Januar 2014 und im Januar 2015 eine Umfrage mit seinen Nutzern durchgeführt hat. Das Ergebnis: Immer mehr Partner in einer Beziehung empfinden die zunehmende Smartphone-Nutzung als störend.

Im Januar 2014 fühlten sich 73,1 Prozent der Befragten durch den ständigen Griff ihres Partners zum eigenen Handy beleidigt und reagierten darauf genervt. Im Januar 2015 sind es bereits 81,3 Prozent der Befragten. Gleichzeitig sank die Zahl derer, die den Griff zum Smartphone zwar auch störend, gleichzeitig aber als normal empfanden, von 10,4 auf 7,6 Prozent im Jahresvergleich. Die Gruppe, die sich von der Smartphone-Dauerpräsenz gar nicht stören ließ, sank zudem ebenfalls von 15,7 auf 9,2 Prozent.


Internethit bei Youtube wirbt für weniger Smartphone

Das Video eines britischen Filmemachers, der dazu aufruft, häufiger mal vom Smartphone-Bildschirm hochzublicken, ist im Internet zu einem umstrittenen Überraschungshit geworden. Rund zehn Tage nach Veröffentlichung wurde es bis Dienstag über zwölf Millionen Mal bei der Videoplattform YouTube angesehen. Das Video dauert ca. fünf Minuten. Gönnen Sie sich die Zeit und schalten danach Ihren Rechner, Tablet oder Smartphone aus und fangen an zu leben.


Jeder 3. überfordert mit Kommunikationstechnik

Nach einer Untersuchung des Branchenverbandes Bitcom fühlt sich jeder Dritte von der digitalen Revolution, den Geräten sowie deren Leistungsumfang überfordert. Bei den Älteren ist das eher der Fall als bei den Jüngeren. 29 Prozent der 14- bis 49-Jährigen gaben an, dass sie sich von Computern, Internet und Co überfordert fühlen, während dies auf 38 Prozent der 50- bis 64-Jährigen und 52 Prozent in der Generation 65 plus zutrifft.

http://www.bitkom.org/



Wie man mit Handybelästigung umgeht. Ein Brüller...

Lästige Handygespräche, die man unweigerlich mitbekommt, müssen nicht sein. Man kann sich wehren, wie dieser lustige Clip zeigt. Bitte klären Sie zuvor mit Ihrer Versicherung die Schadensregulierung ab, wenn Sie es gleichtun wollen.


Peter Hensinger
Peter Hensinger

Gefangen im Netz. Über die Digitalisierung des Natürlichen

Ausschnitt aus dem lesenswerten Vortrag "Gefangen im Netz" von Peter Hensinger

 

Die digitalen Medien haben unsere Gesellschaft verändert. Begeistert werden sie von den Menschen und den sozialen Bewegungen genutzt. Edgar Snowden hat uns bewusst gemacht, welche tiefgreifende Veränderungen mit ihrer Nutzung unbemerkt vor sich gehen, bei denen wir freiwillig mitwirken. Statt digitaler Freiheit und Demokratie sind wir mit BigData konfrontiert, der systematischen Verletzung von Grundrechten. Eine kollektive Selbsttäuschung fand statt. Die digitale Freiheit, der Hype des Internets, des Facebooks, der SmartPhones und Tablets erweist sich als eine große Freiheitsfalle: "Digitalisierte Freiheit bedeutet manipulierte Freiheit. Manipulation wird selten durchschaut. Das ist das Schlimme an der digitalisierten Freiheit: Dass realer Freiheitsverlust kaum wahrgenommen oder sogar um anderer Vorteile willen bewusst in Kauf genommen wird. Umso mehr ist Aufklärung angesagt - zumal technische Mittel dazu beitragen, dass die Manipulation inzwischen überhand nimmt."

 

Das schreibt der Theologieprofessor Werner Thiede in seinem lesenswerten Buch "Die digitalisierte Freiheit". Es brauchte Snowden, um dieser Kritik Gehör zu verschaffen. Noch vor einem Jahr wurden die Kritiker als Verschwörungstheoretiker und Fortschrittsverweigerer belächelt.

 

Warum "Digitalisierung des Natürlichen?"

Weil der Mensch ein soziales Wesen ist, das Gemeinschaft braucht, Privatheit, Individualität, Kreativität, Vertrauen, Freiheit, Naturerfahrung - das ist das Natürliche. Dieses natürliche Zusammenleben wird neu organisiert durch die digitalen Medien. Die Stuttgarter Medienwissenschaftlerin & HdM Professorin Petra Grimm sagt in einem Interview:

" Derzeit wird erfasst, was einer ist. Also Geschlecht, Alter, Wohnort, Einkommen - und mit wem jemand kommuniziert. Durch die Art, wie wir derzeit durch Algorithmen erfasst und klassifiziert werden, werden wir entpersonalisiert. Sie werden beispielsweise über ihr Wohngebiet danach eingestuft, ob sie kreditwürdig sind oder nicht. Sie kommen sofort in ein Raster. Sie wissen nicht, auf welcher Grundlage Sie eingestuft werden und haben keine Möglichkeit, sich dagegen zu wehren. Das ist ein bedrohliches Szenario." ( Stuttgarter Zeitung, 21.01.2014)

 

Erfasst, berechnet, durch Algorithmen im Profil abgespeichert und kategorisiert und dann mit Informationen gefüttert, soll ein Mensch entstehen, der als jederzeit manipulierbarer Untertan und Konsument funktioniert. Ob dies gelingt, ist eine andere Frage, aber das ist der Plan. Er wurde ausgearbeitet in den neoliberalen ThinkTanks, wie es Frank Schirrmacher (FAZ) in seinem Buch "Ego" detailliert nachweist. Nicht der Mensch nutzt die digitalen Medien, sondern sie nutzen ihn, ohne dass er es merkt. Und zwar schon heute. Schirrmacher schreibt, der "Staat der Zukunft" werde "ein gigantisches kommerzielles, real existierendes Internet... Vorherzusagen, was einer tun, kaufen, denken wird, um daraus einen Preis zu machen, diese Absicht verbindet Militär, Polizei, Finanzmärkte und alle Bereiche digitaler Kommunikation."

Den kompletten Vortrag finden Sie folgend als PDF.

Gefangen im Netz
Vortrag_Gefangen_Im_Netz_SoFa_140202.pdf
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Dieser Vortrag wurde gehalten in einem Workshop auf dem Stuttgart Open Fair Kongress 2014.

Autor: Peter Hensinger, Mitglied im Kreisvorstand des BUND Stuttgart und im Vorstand von Diagnose-Funk e.V.; Kontakt: peter.hensinger@diagnose-funk.de