Babyphone und mehr

Wie arm ist das denn? WLAN im Kinder-Kissen

Neues aus den USA: Das neue Hightech-Einschlafkissen "elo" liest aus dem Internet geladene Märchen und Geschichten vor. Per WLAN können Eltern vom Smartphone oder PC aus Geschichten erzählen lassen. Aus dem Pressetext:

"Die Technologie des Kissens ist simpel, aber effektiv. Sobald ein Kopf auf dem Kissen platziert wird, fängt es mit dem Vortragen von einer der abgespeicherten Geschichten an. Wenn der Kopf angehoben werden und die Belastung sinkt, pausiert elo. Freundlich weist das Kissen an, den Kopf wieder zurück auf die weiche Oberfläche zu legen, um das Ende der Geschichte zu hören.

Um die sogenannte "SleepList" zu füllen, ist kein Kabel nötig. Über eingebautes WLAN ist das Kissen ganz einfach mit einem PC oder Smartphone zu verbinden".

 

Hier eine grundsätzliche Empfehlungen des Bundesamts für Strahlenschutz:

Das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) empfiehlt, „die persönliche Strahlenbelastung durch hochfrequente, elektromagnetische Felder zu reduzieren, um etwaige gesundheitliche Risiken möglichst gering zu halten. „Bevorzugen Sie herkömmliche Kabelverbindungen, wenn auf den Einsatz von Bluetooth- oder WLAN-Lösungen verzichtet werden kann. Vermeiden Sie die Aufstellung von zentralen WLAN- Zugangspunkten in unmittelbarer Nähe der Orte, an denen sich Personen ständig aufhalten.“

 

Wir fragen uns, ob das für Kinder nicht gelten soll?


Öko-Test testet 2014 wieder Babyfone

Möglicherweise krebserregend." So beurteilte im Jahr 2011 eine Expertengruppe der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) Handystrahlung. Damit kategorisierten die Experten der WHO-Agentur Handymikrowellen in dieselbe Gefahrenklasse wie Pestizide, Autoabgase oder Blei. Der Rat der WHO damals: Bürger sollten, wann immer es möglich ist, keine Mobiltelefone oder andere funkende elektronische Geräte nutzen.

Die Realität im Jahre 2014 sieht anders aus: Wir nutzen, wann immer es uns möglich ist, Mobiltelefone oder andere funkende elektronische Geräte. Dank WLAN sitzen wir mit dem Tablet auf dem Schoß im Sessel, während der Sender ohne Pause quer durch die Wohnung, durch Haus und Hof funkt. Wir greifen zum Schnurlostelefon, um beim Schwätzchen nicht von iPad oder Rasenmäher lassen zu müssen. Und auch die täglichen PC-Arbeiten wie Onlinebanking und Korrespondenzen werden immer häufiger "unplugged" betrieben. Kein Problem: Wir bewegen uns mit dem Laptop durch die Wohnung, die gepulsten Funkwellen finden uns immer. Und bald müssen das alle tun. Denn die Telekom will bis zum Jahr 2018 das Telefonfestnetz abschaffen und nur noch auf das Internet (per WLAN) zurückgreifen.

Auch die Strahlung von Babyfonen nach DECT-Standard oder WLAN-Technologie gleicht immer mehr jener der Mobiltelefone. Und oft sind Babyfone nun auch noch Dauerstrahler. Das heißt: Auch wenn es gar kein Babygeschrei zu übertragen gibt, weil Baby friedlich schlummert, belasten die Sender die Umwelt mit Strahlung - im schlimmsten Fall ist die Strahlung gepulst. Studien zeigen, dass diese gepulsten Funkwellen die Hirnströme verändern und das Krebsrisiko erhöhen können. ÖKO-TEST fordert von den Herstellern schon seit Jahren, auf digital-gepulste Funktechnik bei Babyfonen zu verzichten. Und die Kriterien des Blauen Engels verbieten sogar gepulste Funkübertragung bei Babyfonen.

[zur Öko-Test -Seite]


2013:  Babyfones im Test - Analoge Geräte empfohlen

Von insgesamt 17 Babyfone hat ÖKO-TEST die Strahlung messen lassen. Fast die Hälfte der Geräte ist "mangelhaft" oder "ungenügend". Das liegt vor allem an der DECT-Technologie. DECT-Babyfone arbeiten mit gepulsten hochfreqenten Mikrowellen - und das in den meisten Fällen als Dauersender. Nur bei zwei DECT-Modellen mit einer Eco-Mode-Funktion, dem Audioline Baby Care 6 Eco Zero und dem NUK Eco Control+ Babyphone, DECT 267 LCD, lässt sich die Dauerstrahlung abschalten. Studien ergaben, dass gepulste Strahlung unter anderem die Hirnströme verändern und das Krebsrisiko erhöhen kann. Dass es ohne deutlich besser geht, beweisen die vier "sehr guten" analogen Geräte im Test. Etliche Hersteller werben mit "Eco-Mode" oder "strahlungsarm". In Wirklichkeit ist davon oft wenig zu spüren. So wurde trotz aktivierter Funktion des Eco-Modus beim Audioline Baby Care 6 Eco Zero noch in zwei Metern Abstand zum Sender eine elektromagnetische Strahlungsstärke von 4.900 Mikrowatt pro Quadratmeter gemessen und beim Topcom Babytalker 3500 SEDS Digital Babyphone 3.000 Mikrowatt pro Quadratmeter. Schon ab einem Wert von 100 Mikrowatt pro Quadratmeter sind aber biologische Effekte nachweisbar. Aktiviert man beim NUK Eco Control+ Babyphone, DECT 267 LCD und beim Philips Avent SCD 525 DECT Babyphone den Eco-Modus, wird die Strahlung zwar etwas reduziert, aber so minimal, dass die Funkbelastung in einem Meter Abstand noch weit mehr als 100 Mikrowatt pro Quadratmeter beträgt. Mehr als ein Drittel der Produkte erzeugen noch in einem Meter Abstand mehr elektrische Wechselfelder als die schwedische TCO-Norm für Computerarbeitsplätze in 30 Zentimeter Abstand erlaubt. Eine Reichweitenkontrolle ist auf den ersten Blick eine nützliche Zusatzfunktion. Leider wird das Abfragesignal ständig in kurzen Intervallen ausgesendet. Die Folge: unnötiger zusätzlicher Elektrosmog. Sieben Babyfone lassen sich nicht so einstellen, dass sie leise Geräusche wahrnehmen. Das kann wichtig sein, wenn ein Kind krank ist und Eltern schon kleine Seufzer hören wollen.

Siehe auch Diagnose Funk  oder Ökotest