Innerhalb eines Jahres hat sich die Anzahl der Smartphone-Süchtigen weltweit mehr als verdoppelt

Innerhalb eines Jahres hat sich die Anzahl der Smartphone-Süchtigen weltweit mehr als verdoppelt. Die Anzeichen der Sucht sind depressive Gefühle, Zurückgezogenheit und ein Leistungsabfall. Laut einer Hochrechnung der US-Marktforscher von Flurry sind 176 Millionen Menschen abhängig von ihren Smartphones. 2013 waren es „nur“ 79 Millionen Menschen. Roger Zahner von der Suchtpräventionsstelle der Stadt Zürich geht laut dem Online-Portal „20 Minuten“ davon aus, dass bis zu fünf Prozent aller Schweizer Jugendlichen Symptome einer Smartphone-Sucht aufweisen. Die Smartphone-Abhängigkeit zeigt sich nicht nur durch die Häufigkeit der Nutzung, die Menschen könnten kaum an etwas anders denken, so Zahner. Das Sozialleben und die Konzentrationsfähigkeit lassen nach. Allgemeiner Leistungsabfall in Schule und Beruf können die Folge sein. Auch gesundheitliche Schäden könne man laut „20 Minuten“ nicht ausschließen. „Die Anzeichen einer Handysucht sind sehr ähnlich wie bei einer Drogenabhängigkeit“, wird der Experte zitiert. Die Betroffenen verfielen in eine depressive Stimmung, wenn der Telefonakku leer sei, und hätten nach dem übertriebenen Gebrauch ihrer Smartphones ein schlechtes Gewissen. Außerdem sei nach Phasen der Abstinenz die Rückfallgefahr zu übermäßigem Konsum sehr groß.

http://www.20min.ch/digital/news/story/Fuenf-Prozent-der-Jungen-sind-handysuechtig-20339827


560 000 Internetabhängige in Deutschland

Einer Studie von September 2013 zufolge gibt es in Deutschland etwa 560 000 Internetabhängige. Das ist ein Prozent der Bevölkerung zwischen 14 und 65 Jahren. Dies ergab die Studie „Prävalenz der Internetabhängigkeit – Diagnostik und Risikoprofile“ (PINTA-DIARI) der Universität Lübeck, die vom Bundesgesundheitsministerium gefördert wurde. Dieser Kompaktbericht fasst die wesentlichen Befunde der PINTA-DIARI Studie zusammen. Dabei werden Befunde und Daten nicht im Detail beschrieben Von der Gruppe der Abhängigen gaben 36,6% an, dass ihre Hauptaktivität in Online-Spielen bestand, 36,6% gaben Soziale Netzwerke und 26,8% andere Internetanwendungen an.

Deutsches Ärzteblatt
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Fachverband fordert die Anerkennung als Suchtkrankheit

Der Fachverband Medienabhängigkeit fordert, dass die Abhängigkeit von Medien als Suchterkrankung anerkannt wird. "Wenn jemand bei Tag und Nacht ständig zum Smartphone greift, um Nachrichten zu beantworten, verändert das die Kommunikation mit der realen Umgebung und hat erhebliche Einflüsse auf das eigene Verhalten", sagt der Vorsitzende Andreas Gohlke gegenüber N-TV.

 

Fast drei Viertel (72 Prozent) der 12- bis 19-Jährigen in Deutschland haben nach Angaben der Bundesdrogenbeauftragten ein Smartphone. Sie chatten zum Beispiel via Facebook oder WhatsApp. Ein durchschnittlicher WhatsApp-Nutzer sendet ca. 1.200 Nachrichten und empfängt ca. 2.200 Nachrichten, und das pro Monat. Dies meldete unlängst das Statistikportal Statista.de (siehe auch unter Statistik)

 

Im Hinblick auf exzessives Computerspielverhalten bei Kindern und Jugendlichen ergeben sich laut Fachverband Medienabhängigkeit aus drei deutschen Studien für die Prävalenz Prozentsätze von 6% (Thalemann et al. 2004) und 9,3% (Mößle et al. 2007). Eine ähnliche Studie aus Großbritannien ermittelte Prävalenzzahlen von exzessivem Online-Computerspiel bei 9,1% der Jugendlichen und 2,5% der Erwachsenen (Griffiths, 2004). Für Erwachsene liegen epidemiologische Zahlen vor allem zur Internetabhängigkeit vor. Eine amerikanische Studie von Greenfield (1999) ergab schon damals ein „missbräuchliches“ Internetnutzungsverhalten bei 6% der Internetnutzer. Lin und Tsai (2002) fanden bei einer Untersuchung taiwanesischer Studenten eine deutlich höhere Rate (11,7%) von Abhängigen.

 

Rund 560.000 Internetabhängige gebe es in Deutschland, ermittelte eine Studie zu Internetabhängigkeit der Universität Lübeck ("Pinta-Diari") im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums von 2013.

 

http://www.welt.de/gesundheit/article127400214/Wenn-SMS-und-Chat-wichtiger-als-Gespraeche-sind.html