Politik

Grüne fordern weniger WLAN

Die Grünen fordern in ihrem Beschlussantrag 378/2015 „WLAN, Mobilfunk, Strahlenbelastung: Das Vorsorgeprinzip gelten lassen“ den Landtag auf, in Schulen, Kindergärten und anderen öffentlichen Einrichtungen bereits bestehende WLAN-Anlagen soweit wie möglich durch strahlungsärmere zu ersetzen sowie deren Nutzung zeitlich und räumlich zu begrenzen. Weiter soll eine Arbeitsgruppe eingesetzt werden, um die Strahlenbelastung der neuen Technologien auszuwerten und strahlungsarme Alternativen zu ermitteln. Als dritten Punkt verpflichtet der Landtag die Landesregierung, die Auswirkungen der digitalen Medien auf die Schüler sowie den sinnvollen Umgang mit diesen Medien für einen guten Lernerfolg zu prüfen. Und schließlich soll eine Informations- und Sensibilisierungskampagne ins Leben gerufen werden, mit dem Ziel, auf mögliche gesundheitliche Risiken insbesondere von Ungeborenen, Babys, Kindern und Jugendlichen hinzuweisen und auf einen bewussten Gebrauch von Handys, Smartphones und WLAN hinzuarbeiten.

 

Der Beschluss wurde im Übrigen angenommen. In Südtirol. Im Juni 2015.

http://www.salto.bz/article/06102015/strahlende-zukunft

 


Artikel aus der FZ vom 05.10.2015
kreis_grüne_FZ_05102015.pdf
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Offener Brief an die Grünen im Kreis Fulda

Mit Bestürzung musste ich den Bericht in der Fuldaer Zeitung zum Grünen Wahlprogramm „Für mehr Freifunk, nicht gegen Mobilfunk“ vom 05.10.2015 lesen.

 

Sich für sogenannten „Freifunk“, sprich kostenloses WLAN für alle, einzusetzen, sollte kein grünes Thema sein, wenn man die Thematik Strahlenbelastung durch Mobilfunk ernsthaft in Betracht zieht. Es tangiert den Bereich gesundheitliche Vorsorge, da die bisherige Studienlage, vorsichtig ausgedrückt, nicht einheitlich ist, d.h. gesundheitliche Beeinträchtigungen nicht ausgeschlossen werden können. Eine Studie von April 2015 belegt eindeutig, dass elektromagnetische Felder auch unterhalb der Grenzwerte, wie sie von Mobilfunkzellen ausgehen, das Wachstum von Krebszellen beschleunigen können. Weitere unabhängige Studien zeugen vom Gesundheit schädigendem Potential. (siehe auch hier )

 

Stress durch zu viel Medienkonsum ist ein weiterer Grund, den hemmungslosen Ausbau der Netze nicht zu forcieren. Hier greift die Verantwortung, die wir gegenüber heranwachsenden Menschen haben. Gerade diese Gruppe ist von Smartphone-Sucht am häufigsten betroffen. Die Online-Sucht betrifft aber auch andere Gruppen. Ein Ausbau des mobilen Netzes mit kostenlosem Netzzugang fördert das Suchtpotential.

 

Datenschutz, schon mal gehört? Das freie Netz WLAN obliegt keiner Regulierung. Hier kann abgreifen, auswerten und verarbeiten, wer will. Wozu habe ich mich eigentlich 1987 gegen die Volkszählung gewehrt? Stellen Sie sich vor, die kommen an ein Händlerregal, das Display am Regal zeigt plötzlich an „30 deiner Freunde gefällt dieser Artikel“. Keine Utopie, ich bin vom Marketing.

 

Die Verletzung des Minderheitenschutzes ist ein weiterer Aspekt, den die Grünen im Kreis Fulda mit ihrem Wahlprogramm tangieren. Menschen, die hypersensibel auf elektromagnetische Strahlung reagieren, werden weiter ausgegrenzt und ihrer Heimat beraubt. Wie lächerlich und unglaubwürdig ist da der Hinweis über gesundheitliche Schäden in der Rubrik Gesundheit, wenn man gleichzeitig den Ausbau des Mobilfunknetzes fordert (es kommt ja WLAN hinzu!).

 

Freies WLAN ist kein Grundrecht, tatsächlich greift aber WLAN in die Grundrechte der Menschen ein. Dem Schutz der Wohnung, dem Recht auf körperliche Unversehrtheit, dem Recht auf Informationelle Selbstbestimmung... Euer Ansatz unterminiert die Bürgerinitiativen, die sich seit Jahren für einen gesteuerten (!) Ausbau der Mobilfunknetze einsetzen (und nicht grundsätzlich gegen Mobilfunk sind).

 

Das Argument, das es doch fast alle nutzen, sollte kein Argument sein, mobilen Funk zu fördern. Paralellen gibt es ja auch beim Rauchen oder Atomstrom. Hier half eine Aufklärungskampagne, die das Verhalten der Bevölkerung nachhaltig änderte.

 

Liebe Grünen, überdenkt nochmal euer Wahlprogramm für die Kommunalwahlen in Hessen. Unsere Bürgerinitiative steht für Informationen gerne bereit. Oder fragt die Grüne Bundestagsabgeordnete Sylvia Kotting-Uhl.


Foto: Südtiroler Landtag, Bozen
Foto: Südtiroler Landtag, Bozen

Südtiroler Landtag beschließt Vorsorgemaßnahmen

Bei der Anhörung zu den möglichen Risiken des Mobilfunks, die am 29. April 2015 im Südtiroler Landtag stattfand, ging trotz durchaus unterschiedlicher Ansätze und Interpretationen der vorliegenden Studien hervor, dass Vorsicht gegenüber der uneingeschränkten Verwendung von Wirelesstechnologien auf jeden Fall angebracht ist.

Daher beauftragt der Südtitroler Landtag die Landesregierung:

  • Bis zur definitiven Klärung der Nicht-Schädlichkeit von WLAN die Installierung von WLAN-Systemen in Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern, Altersheimen und anderen öffentlichen Einrichtungen, auszusetzen;
  • bereits bestehende Anlagen durch strahlungsärmere zu ersetzen und bis dahin nur dann zu verwenden, wenn gesichert ist, dass die Nutzung zeitlich und räumlich begrenzt ist, mit der geringsten nötigen Leistung gesendet wird und nur der unmittelbare, anders nicht zu bewältigende Bedarf abdeckt wird;
  • eine Arbeitsgruppe (etwa am TIS) einzusetzen, in der öffentliche und private StrahlungstechnikerInnen die neuen Technologien studieren und deren Strahlungsbelastung, deren Datenraten, deren Anwendbarkeit und deren Wirtschaftlichkeit auswerten. Sie soll klären, welche Technologien für den Mobilfunk, das mobile Internet und den Zivilschutz strahlungsarm und zukunftsfähig sind. Auf der Grundlage der Ergebnisse soll die Landesregierung diese Technologien umsetzen und die strahlungsintensiven abbauen.
  • eine Arbeitsgruppe einzusetzen, die die Studien zu den Auswirkungen der digitalen Medien auf
  • Schülerinnen und Schüler evaluiert und dem Schulamt den sinnvollen Umgang mit diesen Medien für einen guten Lernerfolg vorgibt.
  • eine Informations- und Sensibilisierungskampagne ins Leben zu rufen, in der auf mögliche Risiken
  • für die Gesundheit insbesondere von Ungeborenen, Babys, Kindern und Jugendlichen hingewiesen und auf einen selektiven, bewussten Gebrauch von Handys, Smartphones und WLAN hingearbeitet wird;
  • die Monitore in den Südtiroler Lokalzügen für eine diesbezügliche Werbekampagne zu nutzen, in der
  • darauf hingewiesen wird, dass gerade in öffentlichen Verkehrsmitteln durch die gleichzeitige Verwendung von vielen Mobiltelefonen zu einer drastischen Erhöhung der Strahlung und somit des gesundheitlichen Risikos führen kann.
Beschluss des Südtiroler Landtags vom 14.05.2015
WLAN, Mobilfunk, Strahlenbelastung: Das Vorsorgeprinzip gelten lassen
suedtirol_14_05_2015.pdf
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Oberösterreich gibt Vorsorge-Brochüre heraus

Oberösterreich und Landrat Rudi Anschober geben eine Brochüre heraus mit dem Titel:

Sicherer Umgang mit Handy & Co:

Die neue Mobilfunk-Broschüre gibt Infos und Tipps zur Vorsorge gegen mögliche Auswirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden.

Oberosterreich gibt Vorsorge Brochure heraus
OÖ_Broschuere_Mobilfunk_2014.pdf
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ÖDP äußert sich kritisch zu öffentlichem WLAN

„Bei aller Freude über einen mobilen Internetzugang für jedermann dürfe nicht übersehen werden, dass jeder neu eingerichtete WLAN-Hotspot eine zusätzliche Strahlenbelastung für die Menschen darstelle, die sich längere Zeit freiwillig oder unfreiwillig in der unmittelbaren Nähe der Sendestationen aufhalten“, erklärt dazu Christoph Raabs, Mitglied des Bundesvorstandes der ÖDP. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) empfiehlt eine Minimierung der Strahlenbelastung im Öffentlichen Raum. Man habe nunmehr die Sorge, „dass es zukünftig in Deutschland überhaupt keine strahlungsfreien Orte mehr gibt“, so Raabs. Es gebe einige hunderttausend strahlungsempfindliche Menschen in Deutschland, die dann mit noch weiteren Einschränkungen ihrer Lebensqualität zu rechnen hätten. Zudem seien die Langzeitfolgen der Dauerbestrahlung von Organismen nach wie vor kaum wissenschaftlich untersucht.


https://www.oedp.de/aktuelles/pressemitteilungen/newsdetails/news/flaechendeckendes-kostenloses-wlan-ist-zweischnei/


Elektromagnetische Felder und ihr Gefahrenpotenzial

Anhörung im Bundestag vom 27.02.2013

Prof. Dr. Wilfried Kühling, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND)
Prof. Dr. Wilfried Kühling, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND)
Prof. Dr. Ing. Wilfried Kühling
Sehr lesenswert
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Prof. Dr. Hans-Peter Hutter, Medizinische Universität Wien
Prof. Dr. Hans-Peter Hutter, Medizinische Universität Wien
Prof.Dr. H-P. Hutter, Medizinische Uni Wien
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Dr. H.-Peter Neitzke (ECOLOG-Institut gGmbH)
Dr. H.-Peter Neitzke (ECOLOG-Institut gGmbH)
Ecolog-Institut
Stellungnahme
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Aufzeichnung der Anhöhrung vom 27.02.2013 als Aufzeichnung

Schon 2009 positioierte sich die EU eindeutig

planerisch zum Beispiel

6.  ermuntert die für die Genehmigung der Aufstellung von Mobiltelefonmasten zuständigen Behörden, gemeinsam mit den Betreibern des Sektors zu vereinbaren, dass die Infrastrukturen gemeinsam genutzt werden, um deren Anzahl und die Exposition der Bevölkerung gegenüber EMF zu verringern;

 

Zur Gesundheit und Kinder und Mobilfunk

15. weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Koordinatorin der INTERPHONE-Studie, Frau Elisabeth Cardis, zur Vorsicht aufgerufen hat und auf der Grundlage der derzeitigen Kenntnisse empfiehlt, dass Kinder das Handy umsichtig benutzen und das Festnetztelefon bevorzugen sollten;

und

23. kritisiert bestimmte Marketingkampagnen von Telefonbetreibern, die in der Weihnachtszeit am Jahresende und zu anderen besonderen Anlässen besonders aggressiv geführt werden, wie etwa den Verkauf von Mobiltelefonen, die ausschließlich für Kinder bestimmt sind, oder die Pauschalangebote „Freiminuten“, die sich an Jugendliche richten;

 

Es muss eine politische Lösung gefunden werden, bei der die festgelegten Grenzwerte regelmäßig angepasst werden (entsprechend den neu auf den Markt gebrachten Technologien und den Ergebnissen neuer epidemiologischer Studien) und ein hohes Maß an Sicherheit für die Verbraucher, insbesondere für Kinder, sichergestellt wird, ohne jedoch dadurch die Funktionsfähigkeit der Mobilfunknetze einzuschränken.

 

Zum EHS-Krankheitsbild

28. fordert die Mitgliedstaaten auf, dem Beispiel Schwedens zu folgen und Menschen, die an Elektrohypersensibilität leiden, als behindert anzuerkennen, um ihnen einen angemessenen Schutz und Chancengleichheit zu bieten;

 

Aus Bericht über die Gesundheitsproblematik in Zusammenhang mit elektromagnetischen Feldern 2009