Neuer Funkmast in Tann

Der Vorsitzende des Vereins Mobilfunksenderfreie Wohngebiete Flieden Markus Hofmann war vergangene Woche Referent bei einer Informationsveranstaltung in Tann. Veranstalter war der Verein Weiße Zone Rhön und der örtliche NABU. Grund war der geplante Neubau einer Mobilfunksendeanlage am Joßberg. In einem Vortrag mit Videobeiträgen und Fakten über Elektrosmog, Elektromagnetische Felder, Studienergebnisse, Gesundheitswarnungen von Ärzten und Behörden bis hin zu Einflüssen der Strahlung auf Flora und Fauna u.a. auch in der heimischen Rhön, konnten die zahlreichen Zuhörer aktuelle und wissenswerte Informationen erhalten. Viele zeigten sich über die eindeutigen Ergebnisse von Studien, Aussagen von versierten Ärzten und Warnhinweisen von Endgeräte-Herstellern überrascht. Den Vortrag abschließend gab Hofmann Hinweise, wie man über ein Mobilfunkvorsorgekonzept die Sendeanlagen vorsorgeorientiert planbar machen kann, ohne auf die Versorgungsqualität negativ Einfluss zu nehmen. Tanns Bürgermeister Mario Dänner berichtete über den Stand der Baumaßnahmen der Sendeanlage. Dänner sagte zu, sich Angebote von entsprechenden Planungsbüros zukommen zu lassen. In einem ersten Schritt sollen die Kosten für ein Mobilfunk-Vorsorgekonzept für Tann ermittelt werden.

 


Tag der Regionen war ein großer Erfolg

Tag der Regionen, 2011
Tag der Regionen, 2011

Viele Gespräche und über 400 Flyer verteilt, so lautet das Fazit von Markus Hofmann, Vorsitzender des Vereins Mobilfunksenderfreie Wohngebiete Flieden über den Tag der Regionen in Flieden. „Ich denke, wir konnten unseren Verein positiv darstellen“ resümierte Hofmann. Die neue Vereinsbroschüre wurde allerseits gelobt und obwohl recht umfangreich, gerne angenommen. Der Verein legt wert darauf, dass die Infos leicht vermittelbar sind, damit die meisten Menschen sie auch verstehen können. Wenn es um den eigenen Haushalt gehe und die vielen im heimischen Bereich eingesetzten unterschiedlichen Funkvarianten auflistet werde, kommen den meisten Menschen Bedenken, zumal sich EU-Rat und WHO erst kürzlich kritisch zu gesundheitlichen Bedenken geäußert hätten, so der Vorsitzende.

Sehr positiv wurde das „interfraktionelle Gespräch“ zwischen der stellvertretenden Kreistagsvorsitzenden und Kreisvorstandssprecherin der GRÜNEN Dagmar Zoth und der Landtagsabgeordneten Sabine Waschke (SPD) am Stand der Mowo bewertet. Gerne hätte man sich auch mit der an diesem Tag in Flieden anwesenden hessischen Umweltministerin Lucia Puttrich unterhalten, leider hatte die Ministerin keine Zeit. Der Verein versuche aber, mit dem Ministerium in Kontakt zu bleiben.

Der erst kürzlich von den Gemeindevertretern gefasste Beschluss, digitale Tetra-Funkgeräte erst anzuschaffen, wenn eine gesundheitliche Gefährdung für Nutzer sowie weitergehende finanzielle Risiken ausgeschlossen seien, wurde von den meisten Menschen in Flieden positiv aufgenommen. „Wir haben die Entscheidung des Gemeindeparlaments den Fliedener Bürger und Bürgerinnen näher gebracht, viele wussten von dieser weitsichtigen Entscheidung zuvor nichts“, hier müsse mehr öffentlichkeitswirksame Arbeit seitens der Gemeinde erfolgen, so Hofmann.

Macht Mobilfunk krank?

Matthias Engelbrecht, Umweltbeauftragter des Dekanats Alzey referierte

Referenet Matthias Engelbrecht (rechts) misst Handystrahlung
Referenet Matthias Engelbrecht (rechts) misst Handystrahlung

„Macht Mobilfunk krank?“ war das Thema eines Vortrages im Katholischen Pfarrgemeindesaal in Flieden. Die meisten der über 50 Zuhörer waren sichtlich beeindruckt über die Vielfalt der gesicherten Informationen, die Referent Pfarrer Mathias Engelbrecht aus Flomborn zum Thema vortrug. Engelbrecht, der auch Umweltbeauftragter des Dekanats Alzey ist, stellte die einzelnen Funk-Arten und ihre Frequenzen vor. Er legte dar, dass die gültigen Grenzwerte für elektromagnetische Felder (EMF) zwar unterschritten werden, es aber schon deutlich unterhalb der Grenzwerte biologische Effekte gebe. „Etliche Studien können dies beweisen“, so Engelbrecht.

 Die Liste strahlender Geräte, die täglich benutzt werden, sei lang. Im häuslichen Bereich seien dies zum Beispiel Mikrowellenherde, WLAN-Router und schnurlose DECT-Telefone, aber auch so genannte Energiesparlampen. Selbst im Kinderzimmer machen Funkanwendungen nicht halt. Babyphone mit DECT-Funk oder Spielkonsolen, mit denen Kinder und Jugendliche täglich daddeln, werden mit WLAN ausgerüstet. Dazu komme der intensive Umgang mit Handys, der gerade Kinder und Jugendliche überdurchschnittlich lange mit Funkanwendungen in Berührung kommen lasse. Dabei gibt es keine entwarnenden Studien über Heranwachsende, die den dauerhaften EMF-Strahlen ausgesetzt sind. Durch ihre geringere Schädelknochendichte sind sie beim Handytelefonieren besonders gefährdet. Das bezeichnete der engagierte Pfarrer als unverantwortlich. All diese Geräte könne man abschalten, besser gar nicht erst benutzen, oder durch kabelgebundene Lösungen ersetzen, so der Pfarrer.


Den elektromagnetischen Feldern zu entgehen, gelinge nicht, wer in der Nähe eines Funkmastes lebe. „Die Zahl der elektrosensiblen Menschen in Deutschland steigt kontinuierlich“ sagt Engelbrecht. Das Bundesamt für Strahlenschutz spricht aktuell von neun Prozent, die sich von EMF-Strahlung beeinträchtigt sehen. Die individuelle Belastung steige durch den weiteren Ausbau der Funknetze mit Diensten wie Breitbandinternet per LTE, Tetra Behördenfunk und Richtfunk. Der neue digitale Behördenfunk Tetra sei in anderen Ländern schon eingeführt. In England klagen Beamte über gesundheitliche Beeinträchtigungen, ebenso in Holland. Außerdem strahle Tetra permanent mit Volllast und es werden mehr Sendeanlagen benötigt als beim analogen Funk.

Der Vorsitzende des Vereins Mobilfunksenderfreie Wohngebiete Flieden (mowo) Markus Hofmann klärte die Anwesenden über die bis zu elf geplanten Richtfunkstrecken in Flieden auf, die den Ortskern Flieden mit DSL versorgen sollen. „Die Richtfunk-Charakteristik“, so Hofmann, „entspricht eher einer Keule, das heißt, schon nach einigen Metern ist der Strahl mehrere Meter breit.“ Von enger Bündelung könne keine Rede sein. Diesbezüglich ließe sich der Verein von Diplom-Physiker Dr. Stefan Spaarmann vom BUND Sachsen beraten. Richtfunk erhöhe die Strahlenbelastung der Fliedener Bürgerinnen und Bürger weiter, so Hofmann. Hausbesitzer, die sich eine Richtfunk-Parabolantenne aufs Hausdach montieren lassen, müssten mit deutlich erhöhten Werten rechnen. „Durch GSM- und UMTS- Sender sind die Menschen schon genug belastet. Jetzt kommt Tetra und Richtfunk hinzu.“ Hofmann erinnerte daran, dass Flieden eine Mobilfunkleitlinie besitze, die das Ziel habe, eine geringe Strahlenbelastung der Bevölkerung in den grenzenden Wohngebieten zu garantieren. Davon entferne sich die Gemeinde immer mehr.